Grössere Aufmerksamkeit für Faszien

Faszien erfahren in der Forschung und in der Öffentlichkeit immer grössere Aufmerksamkeit. In der Bewegungs- und Sportlehre findet eine eigentliche „Revolution“ statt.
Es ist nicht zu hoch gegriffen, von einem Paradigmenwechsel zu sprechen.

Faszien geben dem Körper seine Form

Faszien sind Gewebeschichten, die unserem Körper seine innere and äussere Form geben. Sie umhüllen den Körper als Ganzes, sie umhüllen aber auch seine Teile, die Muskeln, Sehnen und Knochen ebenso wie die Organe, die Gefässe und die Nerven, sogar das Gehirn und das Rückenmark. Ohne Faszien wären wir formlos, würden von aussen ungefähr wie eine Amöbe aussehen, während im Inneren unseres Organismus bei jeder Bewegung alles durcheinanderpurzeln würde. Und Faszien sind vielleicht noch mehr: Sie schreiben ständig die Geschichte unseres Denkens, unseres Fühlens und unseres Tuns mit. Faszien reagieren darauf, wenn wir immer wieder dieselben Bewegungen machen, zum Beispiel bei der Bedienung der Maus am Computer. Sie reagieren auch auf die Gewohnheit, immer wieder in derselben Haltung vor dem Bildschirm zu sitzen. Sie bilden eine Brücke zwischen der Aktivität unserer Muskeln und unseren Emotionen. Sie stehen in Verbindung mit unseren Nerven und unserem Gehirn. Sie sind, angefangen von den ersten Stunden des Embryos bis ins hohe Alter, das Bindeglied zwischen allem, was unseren Körper und unsere Person ausmacht. Sie sind das Gewebe des Lebens.
Peter Schwind „Faszien - Gewebe des Lebens“